19.12.05

Reife Mädchen

12.12.05

Elysian Fields

Jennifer Grey








Jennifer Grey oder Was hat dieses Bild mit Rockmusik zu tun?

Was hat dieses Bild mit Rockmusik zu tun? Was tat Frau Grey nachdem sie mit Dirty Patrick aus dem Nachspann getanzt war? Was hätte ich getan?
Nun, auf Anraten ihrer Imageberater, vielleicht auch ihrer Freunde, möglicherweise ihrer Mutter, ging Frau Grey zu einem Chirurgen und liess sich ihre Nase operieren. Frau Grey hat danach nie wieder in einem erfolgreichen Film eine Rolle bekommen, soweit mir bekannt. Einmal eine Katastrophe, die keiner mehr filmen möchte.
Was aber hat dieses Bild mit Rockmusik zu tun? Ich stelle mir den Moment vor, in welchem Frau Grey im heissen Kalifornien ihr Auto auf einem Parkplatz abstellt, den Schlüssel in die Handtasche legt, und gleichzeitig zögernd und zielstrebig auf die Glastüre der Klinik zugeht. Schönheitschirurgie. Noch kann sie es sich anders überlegen.
Warum er mit diesen ganzen Frauen schläft, hat Frau Grey ihn im Film gefragt. Weil die so gut riechen, sagt er, Mann, die riechen einfach so gut. Man konnte hören, das er meint was er sagt.
Frau Grey hätte sich die Lippen aufspritzen lassen können, oder die Augen vergrössen. Denn der Schwarzweissfilm hat kurvenreiche Gesichter wie die von Kathrin Hepburn gebraucht, in denen sich das Licht angenehm bricht. Jetzt erfordert der Raubkopierer-Film, zusammengekauert vor dem PC - aber vor allen andern - angesehen, Angelina Jolies dicke Lippen und Formen und grosse Augen. Um zwischen den Pixelklumpen nur erkennen zu können: Frau. Gestern las ich, Frau Jolies Gesicht hat sich ein Fan auf seinen Hintern tätoowieren lassen.
Aber Frau Grey in Kalifornien liess sich von allen Dingen die Nase korrigieren, nachdem sie durch den Kassenschlager Dirty Dancing zu Geld gekommen war.
Als wir begannen für die Arbeit über Frauen in der Rockmusik zu recherchieren, konnten wir es nicht lassen, unsere Nasen in alles zu stecken was „Frau“ aussen drauf stehen hatte. Wie Frau Grey auf dem Parkplatz in Kalifornien, befanden wir uns in einem Zwischen: Zwischen dem Impuls eine Arbeit zu machen über ein Thema für das vieles sprach, auch persönliches, und dem möglichen Gebrandmarkt sein, als Feministin schlimmstenfalls. Also mit einem Zinken herumlaufen zu müssen, den keiner mehr sehen möchte. Trotzdem rieben wir uns Zeitungsartikel und Literaturzitate ins Gesicht und hörten nicht auf zu sagen, Gott, das ist ja interessant. Wie man es eben macht, wenn ein Thema beginnt sich von selber zu erarbeiten.
Ob Frau Grey falsch gehandelt ist aus meiner Position heraus schwer zu beurteilen.
Wenn sich das Format aber auch ständig ändert, gibt es einfach kein bombensicheres Gesicht. Fanproof. Pixelecht.
Dieses Bild hat nichts mit Rockmusik zu tun und ich bin generell eher pro Schönheitschirurgie. Aber einen Teil der Geschichte von Frau, Subversion und Ausdruck können wir auch mit diesem Bild nacherzählen. Frauen in der Rockmusik hören nicht da auf zu wirken, wo die Plattenkiste endet. Wenn ich heute nach meiner Nase taste, sieht die immer noch ganz schmuck aus.
Jetzt kommt Frau Grey vor meinem inneren Auge aus einem Tättowierstudio in Burbank. Seit zwei Jahren lebt sie mit ihrer neuen, unbeliebten Nase, und die hat den Vorteil, dass kein Mensch merkt, dass Frau Grey eine berühmte Persönlichkeit ist.
Ist, nicht hat. Als sie die Schlüssel aus ihrer Handtasche gekramt hat und ihren Hintern auf den Fahrersitz senkt, verzieht sie ihr Gesicht vor Schmerz. Nicht, weil der Sitz von der Sonne, in der das Auto gestanden hat, aufgeheizt ist. Es stand gar nicht in der Sonne.
Frau Grey riecht einfach wunderbar.

1.12.05

I Don't Fit Vol. I



In dieser Performance geht es darum für den zwanghaften Charakter eine Auflösung zu finden. Und es eingentlich ganz einfach: aufstehen. Ein Oszillieren zwischen obsessiver Kontraktion und Endspannung. Ein Krampf, der die Performerin mehr schwächt, statt das Problem zu lösen. Diese Performance kann bis zur völligen Erschöpfung fortgeführt werden.

29.11.05

Uterus



Dokumentation einer Installation mit mehreren Beamern, einem begehbaren Zelt und einer dichten Soundkulisse, einem Versuch in Weiblichkeit:
Ein dunkler Raum. Die Besucher klettern in das Zelt und werden aufgenommen in eine Welt der Harmonie. Lichtspiele und Blumenbilder werden auf die Zeltwände projiziert. Eine Innenwelt. Zur Flora kommen Klänge, zusammengestellt aus "weiblichen" Liedern und und schwingen Brückengeräuschen. Die Künstlerin benutzt diese Installation als Experiment, um
herauszufinden, wie die Zeltgäste auf die konstruierte Welt reagieren. Werden sie Zuflucht im Uterus suchen? Werden sie ihm so schnell wie möglich entkommen wollen?

28.11.05

Hey Girls Hey Boys


Superstar Djs Here We Go
Die Künstlerin sammelt Playlisten von Menschen aus verschiedenen Kontinenten und Altersgruppen. Ein Internationales Projekt über Heldinnen der Rockmusik. Die gesammelten Listen werden auf einem Blog veröffentlicht, den die Teilnehmer einsehen können. Zur Zeit befinden sich 50 Listen in dem Blog, es wird weiter gesammelt.
Für die Künstlerin selber ist jede Liste ein Schatz, da sie eine Welt öffnet in die musikalischen Vorlieben und Überzeugungen der Mitspieler, den eigenen musikalischen Kosmos erweitert und Untersuchungsansätze bietet sowie theoretische Äußerungen zum Konsum- und Idolverhalten unterstützt.

20.11.05

I Rock. I Rock More.



"i rock." und "i rock more." sind zwei Screensaver. Bewusst wird mit den scheinbar geschlechtskonnotierten Farben babyblau und babyrosa umgegangen. Für die Männer gibt es nur die Kombination: Babyblau und "i rock." und für die Frauen gibt es ebenfalls nur eine Variante: Babyrosa und "i rock more." Diese simple, fast untertriebene Arbeit bringt die Geschlechterkrise in ihrer binären Einfachtheit auf den Punkt. Aber in der Naivität der zarten Farben wirkt der (noch -) geschlechtslose Zustand als Frage, als Möglichkeit, als ideelle Falle. Vielleicht ist alles doch nicht so einfach.